Immer mehr Firmen dabei: Open-Source-Software ist so wichtig wie nie zuvor

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mwildam
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Immer mehr Firmen dabei: Open-Source-Software ist so wichtig wie nie zuvor

Beitrag von mwildam » Fr 13. Jan 2023, 20:35

Zum Tweet des Articles https://www.derstandard.at/story/200014 ... ig?ref=rss:

Ich habe jetzt wirklich schon viele, viele Jahre nirgends mehr Probleme mit meinem Ubuntu gehabt, weil doch mittlerweile alle gecheckt haben, daß plattformunabhängige Ansätze (vom E-Mail-Zugriff über VPN bis zu virtuellen Maschinen und Dokumentenformaten) der einzig zukunftsträchtige Weg sind.

In dem Artikel steht aber auch:
Auch dass Libre Office Microsofts Office-Paket verdrängt, erscheint nicht realistisch.
Ich würde sagen, etwa zu einem Drittel ist das nicht realistisch, denn zum zweiten Drittel ist es sehr wohl realistisch. Bei der vorigen Firma hatte ich mit der öffentlichen Verwaltung zu tun (allerdings nicht in Österreich). Word-Dokumente haben sie Dir da sofort zurückgeschmissen - Dokumentation mußte in offenen Formaten sein. ODT war kein Problem. Zum dritten Drittel ist meine Erfahrung, daß nicht LibreOffice Microsoft Office verdrängt, sondern allgemein das Format Markdown.

Vieles an Dokumentation hat sich mittlerweile ins Web verlagert - im Software-Entwicklungsbereich halt in Jira, Gitlab etc. Aber auch andere Branchen haben mittlerweile Wikis und dergleichen. Oder die Dokumentation wird aus den Daten, die in verschiedensten Software-Produkten erfasst werden etwa als PDF generiert, falls in ausdruckbarer Form benötigt (zB in CRM-Systemen, Projektmanagement-Software oder Software die spezialisiert ist auf technische Dokumenation).

Dokumentation in klassischer Form in der Art, wie man früher Briefe geschrieben hat, gibt es immer weniger, so zumindest meine Erfahrung. Für mich selber hab ich noch das ein oder andere als LibreOffice-ODT zusammengeschrieben und führe das so weiter. Aber wenn ich mir jetzt neue Mitschriften mache, dann eigentlich in den meisten Fällen als Markdown-Files. Gibt ja mittlerweile auch einige WYSIWYG-Editoren dazu.

Um wieder allgemein zu werden: Spätestens nach Corona und seit dem Ukraine-Krieg sollte jeder mitbekommen haben, daß zu viele Abhängigkeiten ganz schöne Schwierigkeiten mit sich bringen können. Also aus heutiger Sicht bei der Neuanschaffung bzw Neuorganisation auf proprietäre Formate oder proprietäre Software zu setzen, sollte eigentlich ein No-Go sein.



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Juhu
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Re: Immer mehr Firmen dabei: Open-Source-Software ist so wichtig wie nie zuvor

Beitrag von Juhu » Di 17. Jan 2023, 10:59

Open Source und Open Dokument sind zwei unterschiedliche Ansätze. Beiden Gemeinsam ist, dass sie ihre Arbeitweise bekannt geben. Ein Source-Code wie Linux ist für jedermann einsehbar und jederman kann daher eine Funktion wie memcp ändern/nachprogrammieren/in eine andere Sprache transferieren

Ein OpenDokument zielt auf die gleiche Funktionsweise hin allerdings bezogen auf Text. Also Briefe, Kalkulationen, Präsentationen, E-Mail.

Das es jetzt Programme gibt, die OpenSource und ODT sind, darüber kann sich der Anwender freuen. OpenOffice/LibreOffice ist sicherlich ein Vertreter davon. Nur der Linux-Kern kann sicherlich kein ODT-Dokument ändern. ;-)

Firmen verwenden jede Menge OpenSource Programme. Nur um ein paar aufzuzählen: Apache, Nginx MySQL, Progres, Perl PHP GNU-C, Postfix, Linux BSD usw. und selbst in jedem Handy findest du OpenSource Software. Die beiden Webserver sind alleine für 50% aller Webserver verantwortlich. https://news.netcraft.com/archives/cate ... er-survey/
Man kann also sagen OpenSource ist in nahezu allen Firmen vertreten.


kommen wir jetzt zu OpenDokument und OpenData.
ODT (ISO 26300) kommt ursprünglich von Sun (anfangs der 2000er Jahre). So richtig in Fahrt kam es als der Bundestaat Wyoming nur mehr Dokumente in diesem Format annahm. Ich erfuhr um die Jahrtausendwende bei einem Dokumentenmanagentprojekt, dass da was im Busch war. Wir hatten da einige Probleme ODT bzw offene Dokumentenformate zu etablieren. Eine Office-Umstellung inkl. eine Konvertierung aller Dokumente lieferte uns da die notwendigen Rückhalt. ODT selbst ist ei "XML" (mit XLT) Dokument das nebenbei noch gezippt ist.
Ich habe keine Ahnung ob Openoffice oder Apple zuerst auf den Zip-Trick gekommen ist. Jedenfalls ist auch Microsot auf den Zug aufgesprungen. Wenn man jetzt ein .docx-Dokument auf .zip umbenennt, dann kann man sich den Inhalt bequem anschauen. :D

Zum Schluß noch ein paar Worte über OpenData. Die beiden obgenannten "Verfahren" eigenen sich natürlich auch für Datenbanken XLM als Ex/Import für Datenbanken unterstützen fast alle schon. Und Daten mit den Lizenzen von OpenSource zu nutzen. Vola OpenData ist geboren. Prominentes Beispiel ist OpenMaps und natürlich die Wikipedia.

Wenn du jetzt wieder einmal ein Winword-Dokument aufmachst, denke an Wyoming und bearbeite es mit OpenOffice.
Was haben ein U-Boot und Windows gemeinsam?
Kaum macht man ein Fenster auf, fangen die Probleme an.

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mwildam
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Re: Immer mehr Firmen dabei: Open-Source-Software ist so wichtig wie nie zuvor

Beitrag von mwildam » Di 17. Jan 2023, 23:35

Juhu hat geschrieben:
Di 17. Jan 2023, 10:59
Open Source und Open Dokument sind zwei unterschiedliche Ansätze. Beiden Gemeinsam ist, dass sie ihre Arbeitweise bekannt geben. Ein Source-Code wie Linux ist für jedermann einsehbar
Es sind nicht zwei unterschiedliche Ansätze - zumindest nicht als Lösung für das gleiche Problem.
Aber natürlich sind es zwei verschiedene Themen. - Allerdings hängen sie zusammen.
Wenn Du ein offenes Format hast, das schon recht groß gewachsen ist, aber nur ein zwei Software, die damit umgehen kann, dann hast Du natürlich ein größeres Problem, wenn diese Software-Produkte proprietär sind. Denn dann wäre die Entwicklung von alternativen Software-Produkten sehr aufwändig. Also sollte schon beides offen sein - das Datenformat und die Software, die damit arbeitet.
Juhu hat geschrieben:
Di 17. Jan 2023, 10:59
OpenOffice/LibreOffice ist sicherlich ein Vertreter davon. Nur der Linux-Kern kann sicherlich kein ODT-Dokument ändern.
Eben - es braucht die offenen Formate und die offenen Programme dazu, die mit diesen Formaten umgehen können.
Juhu hat geschrieben:
Di 17. Jan 2023, 10:59
Firmen verwenden jede Menge OpenSource Programme.
[...]
Man kann also sagen OpenSource ist in nahezu allen Firmen vertreten.
Ja, in der Tat - ist nahezu überall drin, aber trotzdem gibt es Leute innerhalb dieser Firmen, die meinen, auf OpenSource kann man sich ja nicht verlassen oder zu anfällig, kein Support, blablabla.
Juhu hat geschrieben:
Di 17. Jan 2023, 10:59
ODT selbst ist ei "XML" (mit XLT) Dokument das nebenbei noch gezippt ist.
Ich habe keine Ahnung ob Openoffice oder Apple zuerst auf den Zip-Trick gekommen ist. Jedenfalls ist auch Microsoft auf den Zug aufgesprungen. Wenn man jetzt ein .docx-Dokument auf .zip umbenennt, dann kann man sich den Inhalt bequem anschauen.
Klar, XML ist ein absolut platzverschwendendes Format - deshalb gibt es ja auch fast keine SOAP-Web-Services mehr, sondern fast nur mehr REST in Zusammenhang mit JSON. Und eine einfache Lösung, um die Platzverschwendung einzudämmen, ist eben, es zu zippen - das ist ja auch ziemlich naheliegend.
Unter "bequem" anschauen versteh ich aber was anderes. ;-)
Juhu hat geschrieben:
Di 17. Jan 2023, 10:59
Wenn du jetzt wieder einmal ein Winword-Dokument aufmachst, denke an Wyoming und bearbeite es mit OpenOffice.
Das mache ich sowieso - bei uns in der Familie hat keiner Windows und ich arbeite auch sonst auf Linux.
Juhu hat geschrieben:
Di 17. Jan 2023, 10:59
Was haben ein U-Boot und Windows gemeinsam?
Kaum macht man ein Fenster auf, fangen die Probleme an.
Ich kenne kein U-Boot das ein Fenster hat, das man öffnen kann. So gesehen hinkt dieser Vergleich massiv.

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